Die „Kristalltragende Nana“ von Niki de Saint Phalle verkörpert eine selbstbewusste, fröhliche Frau, die in einer entschlossenen Geste den Arm hebt. In ihrer Hand wächst ein hell schimmernder, noch nicht fertig geschliffener Kristall. Ursprünglich war das Objekt eine Vase, auf die dann der Kristall aufgesetzt wurde. Form und Körperhaltung der Nana erinnern an die Freiheitsstatue – nicht ganz zufällig, da im Schaffen von Niki de Saint Phalle die selbstbewusste und befreite Frau im Mittelpunkt steht. Sie ist das Vorbild für alle farbenprächtigen als „Nanas“ bezeichneten Frauenfiguren der berühmten französischen Künstlerin, die sich mit ihrer Arbeit von der erlebten Unterdrückung durch ihren Vater zu lösen versuchte. Niki de Saint Phalle war ebenso wie Yves Klein Mitglied der Gruppe „Nouveau Réalisme“.
Niki de Saint Phalle wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine in Frankreich geboren. Sie wuchs in den USA auf und avancierte an der Seite von Jean Tinguely zum Star des Nouveau Réalisme. Mit ihren oft erotisch aufgeladenen Motiven gilt Niki de Saint Phalle als Vorreiterin der feministischen Kunst des 20. Jahrhunderts; ihre einst skandalumwitterten „Nanas“ – voluminöse, fröhlich bunte Frauenfiguren – werden heute als Ikonen einer sinnlichen, selbstbestimmten Weiblichkeit gedeutet. Niki de Saint Phalle verstarb 2002 in San Diego.















