Den Abschluss der Wunderkammer bildet eine von der Decke hängende, auf den Kopf gestellte Stadtlandschaft mit verwobenen Kristallen. Sie fordert die Besucher*innen auf, mit der Installation in Interaktion zu treten und eine eigene Interpretation von Lee Buls Erzählung zu entwickeln. Den Chandelier zieren rund 400 Kristallketten, wobei jeder einzelne Strang eine Vielzahl an kristallinen Elementen vereint. Die Stadt-Silhouette ist inspiriert von der Formensprache der deutschen Expressionisten des 20. Jahrhunderts und zeigt eine Variation architektonischer Typologien.
Lee Bul wurde 1964 in Yeongju in Korea geborene. Sie gilt international als eine der führenden koreanischen Künstlerinnen ihrer Generation. Lee Bul brach frühzeitig mit ihrer akademischen Bildhauer-Ausbildung und lotet seither mit Performances und multisensorischen Installationen die formalen und konzeptionellen Grenzen der bildenden Kunst aus. Seit den frühen 2000er-Jahren setzt sich ihre Arbeit mit Themen wie utopischer Moderne, der historischen Avantgarde in Kunst und Architektur sowie dem Aufstieg und Fall progressiver Projekte zur Neugestaltung der Welt auseinander.
Lee Buls Werk ist weltweit in bedeutenden Museen sowie in internationalen Sammlungen präsent. Unter anderem wurde Aubade V, ein großformatiger Turm aus gegossenem Stahl, 2019 auf der Biennale von Venedig gezeigt. 2024 zeichnete sie für die regelmäßig wechselnde Gestaltung der Fassade des New Yorker Metropolitan Museum verantwortlich.








