Die Konstruktion besteht aus zwei bedampften, japanischen Acrylspiegeln. Zwischen den Spiegeln befinden sich Kristalle, die durch Reflexionen die Illusion von Gebäuden, Siedlungen und kleinen Städten erzeugen. Als Kontrast deutet die gegenüberliegende Plexiglaswand in Form gekrümmter Spiegel und handgeschliffener Fragmente auf dem Boden eine Industrielandschaft an. Die Lichtstimmung folgt dem Ablauf eines Tages. Während man beim Eintreten vom weißen Schein des Morgens empfangen wird, wechselt die Stimmung beim Durchschreiten der Wunderkammer in eine goldene Abendstimmung.
Lee Bul wurde 1964 in Yeongju in Korea geborene. Sie gilt international als eine der führenden koreanischen Künstlerinnen ihrer Generation. Lee Bul brach frühzeitig mit ihrer akademischen Bildhauer-Ausbildung und lotet seither mit Performances und multisensorischen Installationen die formalen und konzeptionellen Grenzen der bildenden Kunst aus. Seit den frühen 2000er-Jahren setzt sich ihre Arbeit mit Themen wie utopischer Moderne, der historischen Avantgarde in Kunst und Architektur sowie dem Aufstieg und Fall progressiver Projekte zur Neugestaltung der Welt auseinander.
Lee Buls Werk ist weltweit in bedeutenden Museen sowie in internationalen Sammlungen präsent. Unter anderem wurde Aubade V, ein großformatiger Turm aus gegossenem Stahl, 2019 auf der Biennale von Venedig gezeigt. 2024 zeichnete sie für die regelmäßig wechselnde Gestaltung der Fassade des New Yorker Metropolitan Museum verantwortlich.








