Römische Ausgrabung

Die archäologisch freigelegten und später restaurierten Gebäudeteile umfassen zwei von Nordwesten nach Südosten ausgerichtete Räume. Das erhaltene Mauerwerk ist in das Erdreich eingelassen. Als Bindemittel zwischen den Bach- und Bruchsteinen diente Kalkmörtel. Die Mauerreste sind bis zu einer Höhe von 1,10 Meter erhalten, wobei deren Oberkante dem antiken Gehniveau entspricht. 

Mehr lesen

Der größere Raum misst acht Meter und ist über eine im Westen gelegene Öffnung mit Schwelle zugänglich. Der kleinere Anbau misst drei mal zwei Meter und dient als erweiterter Zugangsbereich. Die Mauern können als Teil eines römischen Gutshofes (villa rustica) interpretiert werden. Ein solcher bestand meinst aus mehreren Gebäuden, wie beispielsweise Wohn- und Nebenhaus, Stall, Wirtschaftstrakt, Schmiede und Badehaus und lag im unmittelbaren Bereich einer Straße.

Im Verlauf der archäologischen Grabungen kamen mehr als 2400 Einzelfunde zu Tage, die weitgehend in die Römerzeit datieren. Hierunter finden sich Fragmente von einfachem, lokal produziertem Alltagsgeschirr ebenso wie von importiertem feinem Tafelservice, Bruchstücke von Baukeramik, Glasscherben von Gefäßen und Fensterglas, Speiseabfälle in Form von Tierknochen, Schlacken als Relikte von Metallverarbeitung sowie eiserne Werkzeuge und Geräte unterschiedlicher Funktion 

Mehr lesen

Das Spektrum ergänzen Einzelstücke wie ein Anhänger aus Goldblech oder ein Ohrlöffel aus Buntmetall. Neben diesen beiden sind die Rekonstruktionen einer Reibschale als Vertretung typisch römischen Küchengeschirrs, einer alltäglichen Gebrauchskeramik sowie eines fein gefertigten Napfes zu sehen. Das Highlight stellt der 702 römische Silbermünzen umfassende Schatzfund dar.

Der Münzfund ist einer der größten, die je in Tirol gemacht wurden. Der überwiegende Teil der Münzen stammt aus der Prägestätte in Rom, nur ein kleinerer Teil aus Mailand und wenige aus Antiochia am Orontes (Antakya/Türkei). 

Mehr lesen

Die Tatsache, dass der Münzfund keine noch älteren oder außergewöhnlichen Münzen enthält, lässt vermuten, dass es sich um Geld handelt, das für den unmittelbaren Umlauf bestimmt war. Da Münzen in großer Zahl geprägt und leicht in Umlauf gebracht werden konnten, waren sie im Römischen Reich nicht nur ein einfaches Zahlungsmittel, sondern auch ein wichtiges Kommunikationsmittel. Damit konnten die Kaiser dem Volk ihren Herrschaftsanspruch, ihre Taten und ihre Sorge um das Wohl des Reiches mitteilen. 

Weitere Kunstwerke